Z Nation vs The Walking Dead: Was ist die beste Zombie-Serie?

Über welches Thema könnte man zur Halloween-Zeit besser schreiben, als über Zombies? Und wie der Zufall so will, bin ich vor kurzem auch mal wieder über eine Zombie-Serie gestolpert: „Z Nation„. Wie ihr euch vielleicht erinnert, konnte mich „The Walking Dead“ nicht überzeugen. Nach der 2. Staffel habe ich aufgegeben. „Z Nation“ begeistert mich allerdings nach der 1. Staffel immer noch. Was die Serie besser macht als der Klassiker über die laufenden Toten? Ich habe mir dazu mal ein paar Gedanken gemacht.

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Tag der Apokalypse

Rick Grimes, der Hauptcharakter aus „The Walking Dead“ hat den Tag der Zombie-Apokalypse wortwörtlich verschlafen, da er aufgrund einer Schussverletzung (er war Polizist) im Koma lag. Als er erwacht, ist die Welt nicht mehr die, die sie einmal war. Geht’s krasser? Ein genialer Kniff der Drehbuch-Autoren! Denn so lernen die Zuschauer gemeinsam mit dem Protagonisten, was passiert ist.

„Z Nation“ hingegen setzt drei Jahre nach Ausbruch der Zombie-Epidemie ein. Das hat zur Folge, dass die Charaktere sich nicht erst noch zurecht finden müssen, sondern schon genau wissen, was läuft. Wer drei Jahre unter Zombies überlebt hat, hat das Grundprinzip des Überlebens bereits verstanden.

Soweit setzten beide Serien gut an. Aber die Ausgangslage hat natürlich auch Auswirkungen auf die Handlung. Und da fängt „The Walking Dead“ an zu schwächeln.

Worum geht’s?

Nachdem Rick Grimes seine Familie gefunden hat, schlägt er sich gemeinsam mit einer Gruppe von Menschen durch. Das bedeutet so viel wie: Vor den Zombies weglaufen und Unterschlupf finden. Dort hält sich die Gruppe auf bis wieder Zombies kommen und nun ja, dann läuft man eben wieder weg. Zwischendrin stirbt immer mal wieder jemand – grundsätzlich immer die, die ich mag. Nervensägen scheinen bessere Überlebenschancen zu haben…

In „Z Nation“ findet sich ebenfalls eine Gruppe von Menschen zusammen. Allerdings nicht mit dem primären Ziel des Überlebens, sondern um eine Mission zu erfüllen: Ein Mann wurde von Zombies gebissen und hat dank eines Impfstoffes überlebt. Er trägt also Antikörper in sich. Daher muss der Überlebende an einen Ort gebracht werden, wo es die medizinischen Voraussetzungen gibt, um ein Gegenmittel zu produzieren.

 

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Was macht das mit der Motivation?

Die Grundsatzfrage, die bestimmt, ob ein Charakter funktioniert oder nicht, lautet immer: Was ist die Motivation der Figur? Bei „The Walking Dead“ geht es, wie gesagt, ums Überleben. Im Idealfall überleben auch andere Personen, als der Hauptcharakter. Aber eher nicht. Und das ist tatsächlich schon alles, was die Figuren in „The Walking Dead“ antreibt: Der Wunsch zu überleben. Und diese Motivation treibt die Handlung an. Also kurz gesagt: Das Konzept der Figuren ist simple, funktioniert, aber nach zwei Staffeln hat es mich einfach gelangweilt.

Was hilft gegen die Langweile? Ein andere Ansatz. In „Z Nation“ gibt es durch die Möglichkeit eines Heilmittels Hoffnung. Das klingt zunächst nicht weniger banal als das Wunsch zu Überleben. Aber Hoffnung hat die großartige Eigenschaft, dass sie Dinge in Bewegung setzt.

Sind wirklich die Zombies das Problem?

Für „The Walking Dead“ liegt die Antwort klar auf der Hand und muss nicht weiter erklärt werden: Ja.

Bei „Z Nation“ sieht es schon ganz anders aus. Sind dort wirklich die Zombies das Problem? Natürlich sind sie eine Herausforderung und bilden den Grundkonflikt der Geschichte. Aber wie entscheidend sind sie für die Geschichten, die in den einzelnen Folgen erzählt werden? Minimal. Im Zentrum stehen viel mehr menschliche Probleme: Wie werden Traumata verarbeitet? An wen wendet man sich in Zeiten der Not? Welche Gesellschaften bilden sich? Wie verändern sich die Machtverhältnisse in einer Zombie-Welt? Wie beständig kann Liebe sein? Welche psychischen Herausforderungen muss ein jeder Einzelner durchmachen?

Für mich eindeutig: „Z Nation“ bietet das bessere Material zum Erzählen von Episoden.

Fazit:

„Z Nation“ hat mich auf ganzer Linie wesentlich mehr überzeugt als „The Walking Dead“. Und dabei habe ich noch nicht einmal von meinem Lieblingscharakter Citizen Z erzählt…

 

Was ist eure liebste Zombie-Serie? Und warum? Welcher Figuren-Konflikt fasziniert euch am meisten in einer Zombie-Apokalypse? Wollt ihr den Überlebenskampf sehen oder findet ihr iZombie am Ende doch viel cooler?

 

7 Replies to “Z Nation vs The Walking Dead: Was ist die beste Zombie-Serie?”

  1. Ich bin zwar auch ein Fan von Walking Dead aber Z Nation gefällt mir inzwischen weitaus besser. Ich warte gerade auf die 4. Staffel 🙂 🙂
    Ohne zu spoilern kann ich dir sagen, alleine die Zombies werden sehr interessant.

  2. Oh, welch schöner Beitrag, denn ich schaue momentan auch TWD und Z-Nation und finde auch zweitere viel besser!
    Was mir an TWD leider immer weniger gefällt, sind die oft langatmigen Episoden, die einfach nur dazu da sind, um Lücken zu füllen und wo nur endlos über das Leben und Dasein philosophiert wird.
    Bei dem „eigentlichen Problem“ sehe ich es uebrigens genau anders herum! In TWD sind es für mich eindeutig die Menschen, gerade in den späteren Staffeln, während bei Z-Nation das ganze etwas spielerischer angegangen wird, Z-Nation nimmt sich zum Glück selbst nicht zu ernst!
    Und der Cameo-Auftritt von George R.R. Martin war grandios!
    Liebe Grüße, Melli

    1. Ja! Das sich nicht zu ernst nehmen kommt z nation sehr zu gute! Vielleicht hab ich bei TWD nicht genug Staffeln gesehen um über die menschlichen Konflikte mehr sagen zu können… aber TWD hab ich einfach abbrechen müssen, weil es mir zu langweilig wurde…
      Danke für deine Meinung!

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