Quentin Tarantino – 5 Fakten zum größten Nerd der Filmbranche

Er ist Legastheniker, verrückt und hat einen Hang zu blutiger Gewalt – nicht gerade die typischen Eigenschaften eines Oscar prämierten Filmemachers. Aber gerade das macht ihn so außergewöhnlich: Quentin Tarantino arbeitet anders als alle anderen. Und deshalb widme ich dem Regisseur, Schauspieler und Drehbuchautor meinen ersten Beitrag in der neuen Rubrik „Fakten über Filmschaffende“.

Quentin Tarantino

Quentin Tarantino (Bild: vimeo)

1. Der Name

Die 16-jährige Connie und der 21-jährige Tony Tarantino brachten 1963 ihren Sohn Quentin in Knoxville (Tennesse) zur Welt. Der Name ihres Sohnes wurde inspiriert von einer Figur aus der Westernserie „Rauchende Colts„: Qunit Asper ein junger Hufschmied gespielt von Burt Reynolds. Insofern legte ihm der Name die Liebe zum Western vielleicht schon in die Wiege.

2. Die Lehrzeit

Die High School brach der 15-Jährige ab um eine Schauspielausbildung zu beginnen. Aber es war sein unglaubliches Filmwissen, das ihn seine ersten Job in der Branche einbrachte. 1983 arbeitete er in der Video-Archives-Videothek in Manhattan Beach. Wahrscheinlich war er der erste offizielle Film-Nerd auf diesem Planeten. Das Drehbuchschreiben hat er nie professionell erlernt. Er besuchte einen Regie-Workshop von Robert Redford. Doch wodurch er sich vor allem auszeichnet: seine autodidaktischen Fähigkeiten.

  • „Gewalttätige Filme machen aus Kindern keine gewalttätigen Menschen. Vielleicht machen sie aus ihnen gewalttätige Filmemacher, aber das ist ein ganz anderes Thema.“ (zugeschrieben Quentin Tarantino)

3. Die Kritik

Spätestens mit seinem zweiten Film „Pulp Fiction“ war Tarantino in aller Munde. Er verhalf zahlreichen Schauspielern zum Durchbruch (u.a. John Travolta und Uma Thurman) und er konfrontierte die Zuschauer mit einer neuen Art Geschichten auf der großen Leinwand zu erzählen – mit episodischen Handlungsstängen in einer frei gewählten Chronologie und einem starken Akzent auf den Dialogen. Die Kritik an seinem Werk blieb dennoch nicht aus: Gewaltverherrlichend seien seine Darstellungen. Er selbst meint, Gewalt in Filmen habe nichts mit realer Gewalt zu tun und dürfe deshalb durchaus Spaß machen. Und ist es oft nicht so, dass die Gewalt so übertrieben dargestellt wird, dass sie fast schon unreal wie in einem Cartoon wirkt? Ich erinnere nur an Kill Bill, wo das Blut aus Fontänen spritzt. Aber natürlich ist das nicht Jedermanns Geschmack und jeder muss selbst entscheiden, ob ihm das gefällt oder nicht.

4. Das Motiv

Rache“ ist ein unglaublich dummes Gefühl. Trotzdem kennt es jeder und kaum einer lebt es in seinem Alltag aus. Aber wir müssen schon zugeben: Es ist reizvoll und wir würden gerne. Tarantino nutzt das Motiv der Rache in seinen meisten Filmen und vielleicht ist es genau das, was seine Geschichten so faszinierend macht. Wer kann schon sagen, dass es nicht was für sich hat einen Mordanschlag auf Adolf Hitler durchzuführen? Oder das Anwesen eines Sklavenhalters in die Luft zu sprengen? Oder als Mutter den vermeintlichen Tod seines Kindes zu rächen?

 

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5. Der Wiedererkennungswert

Jeder Regisseur hat seine eigene Handschrift. Aber kaum eine Arbeit ist so deutlich erkennbar und ausgefeilt wie die von Tarantino. Zu seinen Vorlieben und wiederkehrenden Elementen gehören beispielsweise:

  • Die Musik: Tarantino lässt nicht extra komponieren, sondern setzt auf bereits existierende Musik. Oft sind die Stücke geprägt von mexikanisch-/texanischen Gitarrenklängen.
  • Die Chronologie: Warum sollte alles hintereinander passieren? Tarantino hat eine große Vorliebe für Rückblenden.
  • Die Kapitel: Nicht nur Bücher haben Kapitel, auch Filme. Aber kein anderer Regisseur hat das so sehr zu seinem Stilmittel gemacht wie Tarantino.
  • Die Schauspieler: Er hat seine Lieblinge. Samuel L. Jackson spielt fast immer mit, auch Michael Madsen und James Park haben eine ganz gute Quote. Dass Tarantino seine Schauspieler so gut kennt, scheint nur von Vorteil zu sein: Die Rollen sind ihnen auf den Leib geschrieben.
  • Die Zigarette: Die Tabakmarke „Red Apple“ gibt es nicht. Aber in Tarantinos Filmen taucht sie immer wieder auf.
  • Die Füße: Ja, er ist ein Fetischist (laut eigener Aussage) und steht auf Füße. Nur mal ein paar Füße, die von ihm in Szene gesetzt wurden: Bridget Fondas Füße in „Jackie Brown“, die Füße von Juliette Lewis und Salma Hayek in „From Dusk Till Dwan“ und dann gabs da ja noch die gelähmten Füße von Uma Thurman in „Kill Bill“…
  • Die Dialoge: Lang, teils sehr abschweifend, aber immer wieder kommen die Dialoge zurück auf den Punkt und enden häufig in einer Action-Szene.
  • Die Gewalt: Blut spritz in alle Höhen und Weiten – total unrealistisch, aber optisch beeindruckend.

Einen Überblick aller bisherigen Tarantino Filme findet ihr in der folgenden Timeline:

Und wie geht es weiter? Ein neues Filmprojekt steht schon in den Startlöchern: Tarantino plant, die Manson-Morde zu verfilmen!

 

„Fakten über Filmschaffende“ ist eine neue Kategorie in meinem Blog. Ich denke, sie hat eine bunte Zukunft vor sich! Was haltet ihr davon? Und über wen würdet ihr gerne ein paar Fakten lesen?

3 Replies to “Quentin Tarantino – 5 Fakten zum größten Nerd der Filmbranche”

  1. Schöne Idee für Artikel 😀 Bitte mehr davon. Und schönes Timeline-Plugin(?) hast du da 😉 Oder Frame?
    Aber hat nicht Robert Rodriguez „From Dusk Till Dawn“ inszeniert und Quentin Tarantino das Drehbuch geschrieben?

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