Sophia, der Tod und ich

Es klingelt an der Tür, und im Treppenhaus roch es nach frisch gebrühtem Kaffee.

Das tat es eigentlich gar nicht, aber ein Freund von mir meinte einmal, wenn er einen Roman schreiben würde, würde er genau mit diesem Satz anfangen: „Im Treppenhaus roch es nach frisch gebrühtem Kaffee.“ Weil irgendeine Jury den besten Romananfang aller Zeiten prämiert hatte, der da lautete: „Ilsebill salzte nach.“

Er meinte, wenn das stimmen würden, wäre er mit „Im Treppenhaus roch es nach frisch gerbührten Kaffee“ so weit vorne, dass der Rest des Romans fast egal wäre. Es klingelte an der Tür, und ich wusste noch gar nicht, wie es im Treppenhaus roch, denn das riecht man erst, wenn man die Tür geöffnet hat. (S.7)

Eigentlich öffnet der Erzähler eher selten die Tür, aber heute tut er es. War vielleicht ein Fehler, denn der Tod steht davor um ihn abzuholen. In genau drei Minuten. Aber da klingelt es schon wieder. Das war so nicht vorgesehen. Normalerweise klingelt es nie, wenn der Tod jemanden holt. Deshalb findet der Tod das auch so spannend und öffnet die Tür. Es ist Sophia. Und ab jetzt sind die drei miteinander verbunden – bis der Tod den Erzähler auf seinem letzten Weg begleitet.

Der Debüt-Roman von Thees Uhlmann wird von allen Seiten groß gelobt. „Eine Hymne an das Leben und die Liebe“, sagt Christine Westermann. „Wäre das Buch ein Bier, es wäre mit Liebe gebraut“, sagt Spiegel Online. Welche Worte bleiben da für mich noch übrig? Ich kann mich mit der Lobhudelei nur anschließen!

In „Sophie, der Tod und ich“ scheint jedes Wort bewusst gewählt, die Dialoge zünden und der Tod wird zu einem Kumpel, wie man ihn gerne hat. Das Buch ist unterhaltend, humorvoll, nachdenklich und berührt mit seiner Liebe zur Sprache und zum Sein. Eine perfekte Sommerlektüre!

Bewertung: 10 Rubine von 10

Sophie, der Tod und ich

 

Autor: Thees Uhlmann

Verlag: Kiepenheuer & Witsch

Genre: Roman, Roadtrip, Unterhaltung

ISBN: 978-3-462-04793-6

Umfang: 320 Seiten

VÖ: 2015

 

mehr zum Buch und Autor:

Sophie, der Tod und ich“ bei Kiepenheuer & Witsch

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11 Replies to “Sophia, der Tod und ich”

  1. Jetzt fängst du auch schon damit an 😉 Mein Geldbeutel platzt… Luxusprobleme 😀

    Aber dieses Buch erinnert mich an mein Lieblingskindheitshörspiel „Anna und Gott“ oder „Gott und Anna“… Wundertraurig

  2. Okay … Ich war skeptisch, weil es so einhellig belobhudelt wurde … Aber wenn es mich jetzt auch noch in die Blogosphäre verfolgt … Terminiere ich das Buch mal für den Winter. Tod im Winter kommt immer am Besten. 🙂

    1. Ich fand die viele lobhudelei auch nicht überzeugend… Aber sie ist halt echt angebracht!
      Ich finde, dieser Tod passt auch sehr gut in den Sommer. Aber Winter und Tod hat natürlich eine spezielle Atmosphäre!

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