No turning back – Entscheidungen und Verantwortung

no-turning-back-filmplakatIvan Locke (Tom Hardy) hat eine Entscheidung getroffen. Deshalb setzt er sich ins Auto und macht sich auf den Weg nach London. Eigentlich sollte er nach Hause zu seiner Familie – zu seiner Frau und den beiden Söhnen, die gemeinsam mit ihm ein Fußballspiel sehen möchten. Eigentlich gibt es an seinem Arbeitsplatz Probleme und er muss vor Ort auf der Baustelle sein. Aber Locke übernimmt die Verantwortung für ein Ereignis, dass mehrer Monate zurückliegt und fährt los.

„No turning back“ (Originaltitel: „Locke“) ist ein Filmdrama der besonderen Art. Denn: Der Zuschauer begleitet den Protagonisten auf seiner knapp zwei stündigen Fahrt von Birmingham nach London und lauscht dabei den Telefonaten, die er führt um sein Leben nicht ganz in die Brüche gehen zu lassen. in der Ein-Mann-Show treten alle anderen Figuren nur akustisch in Erscheinung.

Dreh- und Angelpunkt des Films sind also ein guter Hauptdarsteller und ein überzeugendes Drehbuch. Tom Hardy zeigt glaubwürdige Emotionen, das Drehbuch zwingt zum Zuhören. Da die Story keinen Wendepunkt besitzt, greift Autor Steven Knight auf einen anderen Trick zurück und lässt seine Hauptfigur ‚überdrehen‘. Zum einen werden dadurch Beweggründe erläutert, zum anderen wirkt es allerdigns aufgesetzt.

Der Unterschied zwischen einmal und nie ist alles.

Was der Film kann: Den Zuschauer anzuregen über Verantwortung sowie richtige und falsche Entscheidungen nachzudenken. Auch Tom Hardy fasziniert in seinem überzeugenden Spiel. Die Spannungskurve bleibt jedoch flach. Ein solches Szenario als Film umzusetzen ist trotzdem mutig. Zurecht gab es daher für Drehbuchautor und Regisseur Steven Knight den British Independent Film Award  in der Kategorie „Best Screenplay“.

Bewertung: 6 Rubine von 10

4 Replies to “No turning back – Entscheidungen und Verantwortung”

  1. Dialoglastige Filme sind natürlich immer ein wenig anstrengender. Umso mehr muss man die Leistung auch der nicht visuell präsenten Schauspieler loben, die nur allein durch akustische Interaktion mit der Hauptfigur zumindest den einen oder anderen Spannungsbogen erzeugen können.

  2. Ich empfand den Film auch als anstrengend und doch sehenswert. Sicher nichts, was ich öfter schauen werde, doch die Idee ist mutig und konsequent umgesetzt.

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