Naomi Wood – Als Hemingway mich liebte: Liebe ohne Kitsch

Ernest Hemingway bekam den Pulitzer-Preis wie auch den Literaturnobelpreis (1954). Er war Kriegsreportor und Autor. Aber vor allem war er vierfacher Ehemann und machte mit seinen Frauen-Geschichten von sich reden. Naomi Wood erzählt sein Leben aus der Sicht seiner vier Ehefrauen im Roman „Als Hemingway mich liebte“.

Naomi Wood, vier Frauen und ein Schicksal

Chicago, Boston, Key West, Cuba, Antibes und Paris sind die Schauplätze, an denen Hemingways Geschichte spielte und die von der Autorin während der Recherchen aufgesucht wurden. Die Engländerin Naomi Wood studierte Englische Literatur und Kreatives Schreiben, was sie heute auch unterrichtet. An der Uni entstand auch die Idee zum Roman (O.T. „Mrs Hemingway“).

Das Buch beginnt 1926 im französischen Antibes. Hemingway ist verheiratet mit der sanfmütigen Hadley Richardson. Doch seine Ehefrau findet immer mir Hinweise auf eine Affäre. So tritt Pauline Pfeiffer – genannt Fife – in ihr gemeinsames Leben. Irgendwann erkennt sie, dass ihre Liebe zu Ernest vorbei ist und lässt ihn gehen. Wenige Tage später ist er mit Fife verheiratet. Auch sie verbringen viele Jahre miteinander bis Ernest sich während einer Berichterstattung in Madrid in die freiheitsliebende Martha Gellhorn verliebt. Fife kämpft von allen Frauen am meisten um ihren Mann, aber auch sie muss ihn ziehen lassen. Am Ende wird auch Martha nicht glücklich mit Ernest und zieht gleichzeitig mit Ende des 2. Weltkrieges einen Schlusstrich unter die Beziehung. Nicht zuletzt, weil auch schon Mary Welsh auf ihn wartet…

“Naomi Wood’s novel about Ernest Hemingway and his four women brings their story convincingly, movingly to life… She has made Hemingway’s tragedy seem moving all over again – and that’s no mean feat.” The Observer

Jede Liebe ist echt und ohne Kitsch

Eine linear erzählte Liebesgeschichte, in der ein Mann von einer Frau zur anderen geht, hätte eine langweilige Angelegenheit werden können. Aber die Autorin greift auf einen simplen wie auch genialen Kniff zurück: Sie arbeitet mit Rückblenden und Vorblicken. So fragt sich der Leser unweigerlich am Beginn der Geschichte einer jeden einzelnen Frau: Wie ist es soweit gekommen? So baut Naomi Wood Spannung auf, die ich der schnöden Inhaltsangabe nicht zugetraut hätte. Außerdem besitzt die Autorin das Talent frei von jeglichem Kitsch, aber trotzdem ehrlich über Gefühle wie Liebe, Eifersucht und Schmerz zu schreiben.

Gleichzeit geht der Leser auf Zeitreise: Die lebensfrohen 20iger und 30iger Jahre sind geprägt von vielen Feierlichkeiten mit Freunden. Dann schlägt die Stimmung um, als der Kreig beginnt. Seine letzten Lebensjahre in den 50iger und 60iger Jahren sind zwar von den größten Erfolgen geprägt, aber im Vergleich fast schon langweilig. Und dann endet das Leben von Ernest Hemingway – gewollt oder ungewollt? Und was bleibt von ihm? Wie können die Frauen ohne ihn weiterleben?

Naomi Wood: Als Hemingway mich liebte

Eine klare Kaufempfehlung für einen Liebesroman, der beschreibt wie unterschiedlich Menschen mit großen Gefühlen umgehen und beleuchtet wie rastlos der große Schriftsteller Ernest Hemingway durch sein Leben stolperte.

Naomi Wood: Als Hemingway mich liebte

Autor: Naomi Wood
Titel: Als Hemingway mich liebte
ISBN: 978-3-455-40559-0
Seiten: 368
Erscheinungsdatum: 10.03.2016
Übersetzung:
Gerlinde Schermer-Rauwolf, Robert A. Weiß

Die Autorin Naomi Wood stellt sich und ihr Buch im Video vor

 

Was treibt Autoren an? Welche Persönlichkeiten stecken hinter den erfolgreichen Geschichten? Stephen King berichtet über sein Wirken in „Das Leben und das Schreiben“.

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