Weil ich ja nichts vor mir herschiebe… und meine Nachbarn gerade Sex haben…

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Es ist mal wieder soweit: Ein Liebster Award hat mich erreicht! Ich glaube, die letzte Nominierung ist noch gar nicht so lange her und ja, eigentlich bin ich dafür bekannt, solche kettenbriefartigen Dinge zu meiden. Aber wenn man einmal mitgemacht hat, dann hat man irgendwie auch Spaß daran gefunden!

Ich danke Outofjoint für die nachträgliche Nominierung und wohlan! Nun ans Werk!

1. Gibt es irgendein Mittel gegen Prokrastination? O.o Falls nein, hat Prokrastination deiner Meinung nach irgendwelche positiven Auswirkungen? (Ich muss mir das ja irgendwie schönreden … xD)

Auch auf die Gefahr hin, dass ich jetzt als vollkommen strebermäßig und anstrengend vorbildhaft abgestempelt werde: Ich schiebe selten Dinge auf. Ich erledige Dinge in der Regel sofort bzw. schreibe sie mir zu ihrer Fälligkeit in den Kalender und dann werden sie an dem eingetragenen Datum auch erledigt. Ich schätze, das einzige Mittel gegen Prokrastination ist, einfach machen. Allerdings glaube ich, dass man sich auch ganz gut mit dieser Eigenschaft abfinden kann. Am Ende erledigt man halt nur noch die wirklich wichtigen Dinge und wenn wir ehrlich sind, reicht das ja auch.

2. Über welches Thema hast du schon einmal vollkommen unerwartet ein tiefgründiges Gespräch geführt und in welcher Situation war das?

Über das Thema Freundschaft. Immer wieder.

Ich muss dazu sagen, meine „Leidensgeschichte“ in Bezug auf Freundschaft hat sehr viel Vergangenheit. In meinem Studium wurde ich aber überrascht. Ich hatte schon lange begriffen, dass ich mit Sicherheit nichts erlebt hatte, was nicht auch andere Menschen schon auch erlebt hatten. Deshalb erzähle ich oft frei heraus von meinen Erfahrungen. Viele Menschen sind dann überrascht und sagen: „Ich dachte, es ginge nur mir so!“ Natürlich nicht. Und diese eine Freundin meinte am Ende leicht verschämt: „Ich finde dich toll so wie du bist, als Gesamtpaket.“ Das war für mich ein unbeschreiblich befreiender Moment.

3. Fällt es dir leichter dich Menschen in deiner Umgebung anzuvertrauen oder dem anonymen Internet?

Wie sich oben schon andeutete: Es fällt mir nicht schwer ehrlich zu sein. Allerdings weiß ich auch, wie ich ehrlich über Dinge reden kann, ohne offen zu sein.

Ich vertraue mich gerne meinen Liebsten an. Eine handvoll Menschen, die besonders wertvoll ist. Aber mit Sicherheit nicht jedem, den ich kenne.

Im anonymen Internet wie z.B. in meinem Blog schreiben ich sehr selten über Dinge, die nur im Vertrauen gesagt werden können.

4. Gerade große Youtuber und Blogger verdienen oft Geld mit ihren Beiträgen und auch die Medien versuchen dort mitzumischen. Glaubst du mit jeder Art Native Advertising, gesponserten Beiträgen, Produktplatzierungen oder ähnlichem verkauft man direkt seine Seele an diverse Firmen? Wo würdest du die Grenze zwischen Unabhängigkeit und wandelndem Werbeplakat ziehen?

Nein, die Seele wird nicht gleich verkauft. Aber trotzdem darf man nicht zu naiv sein. Da ich aber auch nicht betroffen bin, kann ich nicht über Grenzen reden. Allerdings denke ich auch, dass das eine individuelle Entscheidung ist, die man an seinem eigenen Gefühl festmachen kann. Sobald es im Bauch grummelt, ist wohl eine Grenze überschritten worden.

5. Was ist deiner Meinung nach die gruseligste Geschichte, die in letzter Zeit wirklich passiert ist? (Ich denke da an diverse technische Entwicklungen, Umweltprobleme, Gesetzesentwürfe und Zukunftsvisionen …)

13. November 2015, Paris.

6. Wessen bester Freund wärst du gerne? Egal ob real oder fiktiv, Hauptsache du erklärst uns warum gerade diese Person dein bester Freund/beste Freundin sein sollte oder warum du so eine tolle Ergänzung wärst. 😉

Am liebsten würde ich ins dunkelste Peru reisen und einen Bären finden, der mein bester Freund wird. Am Ende nenne ich ihn Paddington, ziehe nach London und wir sind dann einfach nur glücklich uns gefunden zu haben. Paddington wäre wahrscheinlich auch eher die beste Ergänzung für mich, weil er mir durch sein liebeswertes Wesen Freiheit schenkt. Auf der anderen Seite mache ich sehr gute Orangenmarmelade.

7. Worauf freust du dich gerade besonders?

Auf das Ananas Hühnchen Rezept, das ich heute Mittag ausprobieren möchte, freue mich sehr!

8. Welche Lebensweisheit möchtest du mit uns teilen?

Sei stärker als deine Ausreden!

9. Wann bist du zuletzt über deinen Schatten gesprungen und/oder hast dich selbst überrascht?

Ich weiß nicht… ich denke nicht so viel darüber nach, ob es einen Schatten gibt. Ich lasse Dinge auf mich zukommen und mache sie dann. Manchmal funktioniert es. Manchmal nicht. Und das nehme ich dann hin. Aber mir fehlt sowohl das zermürbende Vordenken als auch das knirschende Zurückschauen um es als überraschenden Schatten zu empfinden.

10. Was hältst du von den omnipräsenten “Choose one“-Bildern, bei denen man sich für eine Superkraft, eine fiktive Waffe oder ein Schicksal entscheiden soll? Hoffst du immer auf deine Lieblings-Superpower oder scrollst du entnervt weiter?

Ich halte mich selten bei solchen Dingen auf. Und wenn kommt eh nicht das raus, was ich möchte. Und dann bin ich ziemlich beleidigt!

11. Wäre dir aufgefallen, dass es keine elfte Frage gibt, wenn hier keine Zahlen davorstünden? 😀 Moment, aber jetzt gibt es ja doch eine. Aah, ein Paradox greift an! Schnell, philosophiere es davon! 😀

Macht es denn einen Unterschied wie viele Fragen es sind? Sind wir jetzt wieder bei der Diskussion über Quantität und Qualität? Und damit bei der Frage, ob es auch blöde Fragen gibt? Ja, es gibt sie! Da könnt ihr mir nix erzählen… aber… nein, es wäre mir nicht aufgefallen 😉

Ich finde, Outofjoint hat da richtig gute Fragen zusammengestellt, was den Druck auf mich erhöht! Aber zunächst meine Nominierungen!

Natürlich könnte ich noch viele weitere tolle Blogs nominieren. Ich habe mich aber bemüht mich auf die zu begrenzen, bei denen ich schon lange, noch nie oder zumindest in letzter Zeit keine Nominierung gefunden habe.

Und nun, meine Herausforderung des Tages: 11 Fragen für die Nomminierten!

  1. Stell dir vor, du hast einen Gehirntumor. Er kann opertativ entfernt werden. Das würde allerdings bedeuten, dass du dein Gedächtnis verlierst d.h. du erinnerst dich nicht an deine Vergangenheit und auch nicht an die Menschen, die du kennst. Deine Lebenserwartungen läge bei 10 Jahren. Lässt du dich nicht operieren, hast du nur 5 Jahre. Für was entscheidest du dich: Zehn Jahre ohne Gedächtnis oder fünf Jahre mit Gedächtnis?
  2. Lieber in einer mäßig zufriedenstellenden Beziehung oder Single und völlig auf dich gestellt?
  3. Wann gehst du dieses Jahr zum ersten Mal auf den Weihnachtsmarkt? Was gefällt dir an Weihnachtsmärkten?
  4. Hast du ein gutes Plätzchen-Rezept für mich? Oder mal eine Alternative zu den Plätzchen? Gibt es Weihnachtskuchen?
  5. Und weil ich die Frage von xsehu so schön fand: Kennst du die Mitternachtsformel noch?
  6. Hattest du als Kind auch unsichtbare Freunde? (Diese Frage dient nur dazu mich zu beruhigen, dass ich doch völlig normal bin…)
  7. Rückenschonender Rucksack oder wirbelsäulenunfreundliche Umhängetasche?
  8. Welches Buch/welcher Film wäre ein gutes Weihnachtsgeschenk?
  9. Haben deine Nachbarn auch gerade Sex?
  10. Gibt es Gott?
  11. Hast du mich schon bei Twitter gefunden? Dann ist dir vielleicht schon aufgefallen, dass ich über das Jugendwort des Jahres nachgedacht habe. Fällt dir spontan ein, welches Wort das ist? Und was hälst du davon?

So. Ich habe mir wirklich Mühe gegeben. Über rege Beteiligung (auch von Blogs, die ich nicht nominiert habe), freue ich mich wie ein Honigkuchenpferd. Wenn ihr nicht daran teilnehmt, dann passiert wie immer nichts, außer, dass ich wie Rumpelstilzchen stampfend und fluchend im Kreis laufen werde!

9 Replies to “Weil ich ja nichts vor mir herschiebe… und meine Nachbarn gerade Sex haben…”

  1. Liebe Cathrin, danke nochmals fürs Nominieren und die coolen Fragen. Ich hab’s nicht vergessen! Ich antworte dir mal direkt hier, los geht’s:

    1. Was solche Gedankenspiele angeht, bin ich ein wenig abergläubisch und ich will es eigentlich lieber nicht beschreien. Aber ich klopfe jetzt drei Mal auf Holz und dann geht’s los [Klopf, klopf, klopf]. Ich würde mich wohl für die 5 Jahre ohne OP und Gedächtnisverlust entscheiden, weil die Alternative grausig ist und es ja auch „nur“ um 5 weitere Jahre geht, in denen ich mir dann evtl. gerade was Neues aufgebaut habe… und dann? Bye bye. Das ist auch schon viel zu kopflastig gedacht. Mal ganz frei von der Leber weg und aus dem Bauch heraus: Ohne Vergangenheit, eine liebe Familie und Freunde würde das für mich alles keinen Sinn machen.

    2. Hm. Ich will nicht kleinlich sein, aber zunächst müsste man „mäßig“ definieren. Reden wir über mäßig oder mäßig mäßig? Ja, ich weiß, sehr pragmatisch. Aber da Beziehungen immer eine Menge Arbeit bedeuten und es immer mal Phasen gibt, in denen es mäßig läuft, kommt es vor allem darauf an, dass beide Partner das erkannt haben und nicht sofort die Flinte ins Korn werfen. Dadurch formt man sich ja auch gegenseitig. Deshalb würde ich mich wahrscheinlich für 1. entscheiden. Natürlich immer Gesetz den Fall, man hat nicht den totalen Idioten zum Partner. Deshalb gilt es wohl abzuwägen und von Fall zu Fall zu entscheiden. (Und natürlich sind wir uns einig, dass bestimmte Dinge gar nicht gehen.) Viele Probleme sind aber erfahrungsgemäß oft keine und klären sich irgendwie. Auf jeden Fall macht das Leben zu zweit mehr Spaß als allein. Da bin ich mir ziemlich sicher.

    3. Ich war gleich am 1. Advent auf einem. Das war aber nicht so toll, weil’s in Strömen geregnet hat. Und dann war ich gestern auf einem Weihnachtstöpfermarkt. Da komme ich auch schon zur nächsten Teilfrage. Ich mag Weihnachtsmärkte nur, wenn sie nicht so überfüllt sind. Eben klein, aber fein. Sonst kommt kein Flair auf. Und dann mag ichs, wenn es nicht nur 0/8/15-Dinge sind, die da verkauft werden. Ein absolutes Muss sind für mich aber trotzdem die obligatorische Zuckerwatte und ein Lebkuchenherz. Und ’ne Bratwurst vorher! Hmmm lecker!

    4. Nein, ich backe ganz langweilig jedes Jahr die gleichen Mürbeteigplätzchen. Aber dafür sind die sehr gut. Der Trick ist, nicht an Zucker zu sparen, dann werden sie sehr zart und cremig. Und ich verpasse ihnen immer noch einen individuellen Anstrich aus Couverture oder Zuckerschrift.

    5. Nein, habe ich gleich nach Gebrauch wieder rausbefördert aus meinem Hirn und Platz gemacht für „wichtige Kindheitserinnerungen“, um mal Karolin Kebekus zu zitieren.

    6. Bestimmt. 🙂

    7. Ledertaschen mit Querriemen sind mein Ding, da hält sich auch die Rückenunfreundlichkeit in Grenzen, aber im Sommer finde ich diese praktischen Sportbeutel mit Kordel völlig ausreichend.

    8. Die Gerstenberg-Neuauflage von Alice im Wunderland/ Alice hinter den Spiegeln. Die ist so schön illustriert und handgebunden, die darf eigentlich in keinem Bücherregal fehlen.

    9. Nein, im Moment gerade nicht. Aber ich weiß nur zu gut, wie erquickend das ist. Mein Beileid.

    10. Ich glaube nicht. Aber Hoffnung und glückliche Umstände und natürlich die eigene Kraft etwas zu bewegen, das alles gibt es.

    11. Ach Mist, ja, ich hab’s neulich erst im Radio gehört. Natürlich hab ich’s wieder vergessen, aber ich weiß noch, was ich darüber gedacht habe. 😉 Ich dachte wie jedes Jahr: Ja klar… das höre ich die Jugend ständig sagen. Wieso wird für sowas Geld ausgegeben? Braucht kein Mensch.

    Für neue Fragen fehlt mir grad ein bisschen die Zeit und die Muße, zumal du da ja einen ganz schönen Maßstab gesetzt hast. Also stehle ich mich diesmal mehr oder weniger heimlich aus der Verantwortung. 😉

  2. Vielen Dank für die Beantwortung der Fragen! Ich fand deine Antworten alle sehr interessant. ^-^ Auch wenn ich natürlich enttäuscht war, dass du mir so eine gruselig vernünftige Antwort zum Thema Prokrastination gegeben hast. 😉
    Das Thema Freundschaft ist wirklich ein gutes. Vielleicht spreche ich das demnächst mal mit Absicht an, falls ich mal in Konversationsnot geraten sollte. ^^ Und: Sehr gute Lebensweisheit! Werde ich mir merken. 🙂

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