iZombie – Es kommt aufs Gehirn an

Zombies liegen derzeit total im Trend – zu Unrechte, meiner Meinung nach. Hat man mal den Gruselfaktor überstanden, sind sie letztlich völlig unspektakulär. Und der Geschichte tun sie selten gut. Gehören sie zu der schnell rennenden Art, gibt es wenigstens noch ein bisschen Action. Sind sie eher die bekloppten Schleicher, wird es langweilig. Das Schema ist immer gleich: Entweder die Protagonisten laufen die ganze Zeit vor ihnen weg und einer nach dem anderen stirbt (siehe „The Walking Dead„) oder… naja, eigentlich geht es immer nur ums Weglaufen (nirgends besser erzählt als in „Zombieland„) und ab und zu vielleicht noch darum ein Serum gegen das Zombie-Virus zu finden (zum Beispiel in „Z-Nation„).

iZombie

Zombies mal anders erzählt

Was aber, wenn die Zombie-Apokalypse noch nicht hereingebrochen ist, Zombies aber schon mitten unter uns leben? Wie sähe eine solche Geschichte aus? „iZombie“ wagt den Schritt Untote in eine ansonsten völlig intakte Welt zu setzen. Was dabei entsteht ist ein Netz aus korrupten, egoistischen wie auch brutalen Gangstern auf der einen Seite, wie auch schuldbewussten, cleveren und hoffnungsvollen Helden auf der anderen Seiten – und dann gibt es noch die lebenden Menschen, die genauso zwischen Gut und Böse wandeln. Was das konkret für die Serie „iZombie“ bedeutet?

Die Serie

Ganz einfach: Olivia, genannt Liv, war zu Lebzeiten Ärzten, verlobt, glücklich und zufrieden. In ihrer Zeit als Untote verändert sich nicht nur ihr Teint, sondern ihr ganzes Dasein: Sie wechselt in die Gerichtsmedizin (wo es immer Gehirne gibt) und hilft dem Polizisten Babineaux bei der Aufklärung von Mordfällen. Denn mit dem Verspeisen der Gehirne nimmt sie auch die Erinnerungen und die Persönlichkeit der Toten an. Klingt zunächst nach einem Konzept à la „Castle“ oder „The Mentalist„, wo von Episode zu Episode Mörder verfolgt werden und die außergewöhnliche Zusammenarbeit zwischen Polizisten und Schriftsteller/Mentalisten als roter Faden für die Serie benutzt wird.

In „iZombie“ ist das nicht so. Zwar gibt es in jeder Folge den obligatorischen Mordfall, aber der rote Faden spinnt sich zu einem dichten Netz. Oft werden Zusammenhänge von Mordfällen erst später ersichtlich und spätestens ab der zweiten Staffel ist der Interessenskonflikt zwischen Polizei/Zombies/Drogenhändlern/Gehirnhändlern und dem millionenschweren Verrückten so groß, dass die episodischen Mordfälle nur noch am Rande laufen.

iZombie – Was ist das jetzt eigentlich?

„iZombie“ ist eine Dramedy-Serie. Es ist unweigerlich witzig, wenn Liv die Fähigkeiten und Verhaltensweisen der Verstorbenen annimmt, deren Gehirne sie gegessen hat (Meine Favoriten: Die Stripperin und die nymphomanische Bibliothekarin). Gegen Ende jeder Staffel wird es dann aber auch richtig ernst mit Action und Drama. Ein großartiges Konzept, das aufgeht: Im US-amerikanischen Fernsehen lief die 3. Staffel gerade so gut, dass die nächste Staffel schon in Planung ist. In Deutschland ging die Serie auf dem viel zu grünem Sender sixx meiner Meinung nach zu Unrecht etwas unter. Deshalb: Danke an Netflix – zu dir passt die Serie gleich viel besser.

Die Fakten

  • Serientitel: iZombie
  • Produktionsland: Vereinigte Staaten
  • Genre: Dramedy, Krimi, Horror
  • Erstausstrahlung (US): 17. März 2015 auf The CW
  • Erstausstrahlung (D): 13. August 2015 auf sixx
  • Hauptdarsteller: Rose McIver, Malcolm Goodwin, Rahul Kohli, Robert Buckley, David Anders, Aly Michalka

Der Starttermin für Staffel 3 in Deutschland ist leider noch nicht bekannt. Aber bis dahin kann man ruhig nochmal alle Folgen von Staffel 1 und 2 auf Netflix bingen!

 

Lieber Klone statt Zombies? Auch da kann Netflix euch helfen: Alle Staffeln von Orphan Black sind im Streamingdienst verfügbar!

 

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