Ich möchte Leser! Selfpublishing ist Selfmarketing – Und wie geht das?

Das letzte Mal habe ich ein wenig darüber philosophiert, auf welchen Online-Plattformen sich ein Selfpublishing-Autor austoben kann (siehe: Selbst ist der Autor). Heute möchte ich darüber reden, welche Marketingmaßnahmen ein Autor ergreifen kann, um sein Buch unter Lesern bekannt zu machen. Auch dieses Mal gilt: Ich rede von meinen Erfahrungen, erhebe also keinen Anspruch auf Vollständigkeit und überhaupt besteht keine Gewähr. Aber ihr dürft euch natürlich gerne melden, wenn ihr komplett andere Erfahrungen gemacht habt bzw. ich freue mich über einen regen Austausch!

Die ersten Wochen

Puh… endlich ist das Buch online und jeder kann es lesen! Nur woher weiß, jeder, dass mein Buch da ist und gelesen werden will? Dass es lesenswert ist?

Tauchen wir mal ein bisschen in die Kriterien von eBook-Rankings ein. Denn wir sind uns doch einig: je weiter oben, desto mehr Aufmerksamkeit, desto mehr Leser. Und wie kommt ein eBook da hoch? Nun, das ist eine sehr komplizierte Rechenaufgabe, die ich auch nicht in Gänze wiedergeben kann. Aber folgende Faktoren sollten jedem Autor bekannt sein.

Zunächst erscheint jedes eBook in der Liste der Neuerscheinungen. Doch dort bleibt es meist nicht lange. Entscheidend ist es, so schnell wie möglich Bewertungen/Rezensionen zu bekommen. Denn nicht nur die Downloads zählen. Es nützt also nichts allen Freunden zu sagen, sie müssen das Buch runterladen, sie müssen es auch bewerten! Wer in der ersten Woche zwei/drei Rezensionen vorzuweisen hat, bleibt länger in den Neuerscheinungen sichtbar. Wer diesen Durchschnitt halten kann, hat eine größere Erfolgschance.

Und wie komme ich nun an meine Rezensionen?

Natürlich sind Freunde immer eine gute Hilfe. Und was spricht auch dagegen? Aber sie sollten auch nicht aus lauter Freundschaft übertreiben, sondern bei der Wahrheit bleiben. Es ist nicht zwingend erforderlich eine 5-Sterne Bewertung zu erhalten. Bei zu viel Lob wird nur eine falsche Erwartungshaltung bei zukünftigen Lesern geweckt, die daher eher enttäuscht von dem Buch sind und vielleicht schlechter bewerten, als sie es eigentlich getan hätten.

Und dann gibt es noch diesen einfachen Trick: Schreibt in euer Buch, dass ihr euch eine Rezension wünscht! Bedankt euch bei euren Lesern, erzählt ihnen vielleicht ein bisschen von euren Mühen und formuliert die höfliche Bitte um Feedback. Vergesst auch nicht den Link zur entsprechenden Seite anzugeben (und auch zu euren persönlichen Seiten wie z.B. Blog oder Microblog).

Ich habe tatsächlich schon oft darüber debattiert, ob man diese Aufforderung am Anfang oder am Ende des Buches einfügt. Ich persönlich finde es ja sehr aufdringlich vom Autor, wenn ich als erstes von ihm lese, ich solle ihm Feedback geben und erst weit später kommt die eigentlich Geschichte. Außerdem weiß man sowas am Ende des Buches doch gar nicht mehr… aber es gibt auch die Meinungen, die sagen, am Anfang des Buches ist es sinnvoller. Ich denke, Pessimisten müssen diese Meinung vertreten, die nicht davon ausgehen, dass ihr Buch zu Ende gelesen wird… aber es ist wohl einfach Geschmackssache.

Es sieht so verdammt gut aus…

… euer Buch natürlich! Denn ihr solltet euch sehr viel Mühe mit dem Cover geben! Wer kennt das nicht: man schlendert durch die Buchhandlung und greift nach einem Buch schlicht, weil die Optik gefällt. Das ist auch in Online-Buchhandlungen nicht anders. Ein gutes Cover zieht an.

Im Idealfall habt ihr selbst Ahnung von Bildbearbeitungs- und Designprogrammen. Auf die Mehrzahl von Indie-Autoren wird das nicht zutreffen. Habt ihr einen Freund, der gut zeichnen kann? Oder ist es euch vielleicht sogar finanziell möglich ein professionelles Cover anfertigen zu lassen? Nein? Kein Grund zu verzweifeln!

Es gibt z.B. Online-Plattformen wie pixabay (kostenfrei) oder fotolia (kostenpflichtig), wo ihr lizenzfreie Bilder erhaltet. Für Laien kann ich dann nur den Tipp geben, das Cover simpel und übersichtlich zu gestalten. Nicht zu viele dominante Bilder und nur die nötigsten Informationen.

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Coverbeispiel;
Bild: Cathrin Rubin

 Für das Cover meines kommendes Romanprojekts habe ich zugegeben keine schöne Schrift gefunden. Aber der Leser wird auch nicht von Unnötigem abgelenkt und weiß sofort um was es sich handelt. Aber ja, ich warte noch auf einen kreativen Einfall für die Gestaltung…

Ansonsten bleibt zu beachten keinen weißen Hintergrund zu wählen bzw. in diesem Fall einen Rahmen um das Cover zu ziehen, da die meisten Online-Händler das Cover ansonsten ablehnen.

Drei Tipps aus meinen Erfahrungen! Ich hoffe, dem ein oder anderen konnte ich vielleicht sogar ein wenig helfen. Und nun zu euch: welche Marketingstrategien fahrt ihr für eure Veröffentlichungen auf bzw. sind euch bekannt? Was funktioniert? Was funktioniert weniger?

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