Girlboss: jung, sarkastisch, wild, verloren und ganz plötzlich erfolgreich

Sophia Amoruso wurde 2016 vom Forbes Magazin zu einer der reichsten Selfmadefrauen Amerikas ernannt. Im November des selben Jahres ging ihr Unternehmen „Nasty Gal“ in die Insolvenz. Perfekte Voraussetzungen um aus den Memoiren („#Girlboss“) der jungen Frau eine Netflix-Serie zu machen!

Auf der Suche nach dem Platz in dieser Welt

Sophia Marlowe (gespielt von Britt Robertson) heißt die Protagonisten der Netflix-Serie „Girlboss“. Sie lebt in San Francisco, behält keinen Job wirklich lange und genießt auf Partys gemeinsam mit ihrer besten Freundin Annie das Sein. Doch immer wieder stößt sie an Grenzen. Natürlich spürt sie die Erwartungen, die andere an sie haben (vor allem ihr Vater), aber auch sie selbst an sich. Auf der Suche nach dem Sinn des Lebens findet sie eher zufällig ihre Leidenschaft: Sie kauft günstig Vintage-Kleidung, arbeitet die Stücke um und verkauft sie erfolgreich bei Ebay. Schnell boomt ihr Geschäft. Doch der Erfolg bringt auch seine Herausforderungen und Schattenseiten mit sich.

Lose aneinandergereihte Ereignisse

Wie es vor jeder Folge heißt,  handele es sich um eine Abfolge lose aneinandergereihter wahrer Ereignisse. Wie viel vom echten Leben der Sophia Amoruso in der Serie steckt, sei dahin gestellt. Sicher ist, dass der komödiantische Teil hervorgehoben wird. Obwohl es die dramatischen Momente gibt: Essen aus der Mülltonne, gesundheitliche Probleme, die aufgrund mangelnder Versicherung nicht behandelt werden können, zwischenmenschliche Probleme mit Eltern, Freunden und in der Liebe. Leider übertönt der laute Charakter von Sophia immer wieder den Ernst.

Was die Serie kann und was nicht

Denn das muss man klar sagen: Sophia Marlowe ist laut, nervig und besitzt einen Hang zur Übertreibung. Das ist für den Zuschauer zum einen erfrischend und amüsant, kann aber zum anderen auch sehr anstregend werden. Daher würde ich bingewatchen nicht empfehlen, um nicht an einer Überdosis Sophia draufzugehen. Doch das macht Sophia auch zu einer starken Heldin, die keinem Stereotyp entspricht.

Was ich also an der Serie liebe: Eine Protagonisten, die anders ist als alle Frauenfiguren, die ich bereits in Serien und Filmen gesehen habe; das Lebensgefühl, das die Figuren ausstrahlen und das mir nur allzu vertraut ist; die Mode; die nostalgischen Gefühle, die aufkommen, wenn von MySpace, Ebay oder Klapphandys die Rede ist (die Serie spielt zwischen 2000 und 2010) und die pfiffigen Dialoge.

Noch mehr Frauenpower? Kennt ihr schon Orphan Black?

 

 

 

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