Dieser Blog geht in 5 Tagen offline – Die Gründe

Ja, ihr habt richtig gelesen. Diesen Blog wird es in fünf Tagen nicht mehr geben. Obwohl ich seit einem halben Jahr endlich selbst unter eigener Domain hoste, obwohl ich es liebe für meinen Blog zu schreiben, obwohl mein Blog immer eine wichtige Arbeitsprobe war, habe ich mich dazu entschlossen meine Blogger-Karriere zu beenden.

Warum ich Schluss mache

Kurz gesagt: Weil ich keine Zeit mehr habe. Und das zieht so einige Dinge mit sich. Dadurch dass ich es nicht mehr schaffe, regelmäßig zu schreiben und meinen Blog zu aktualisieren, sinken auch meine Zugriffszahlen – folglich gibt es auch weniger Interaktion auf meinen Blog. Und ja, mir ist das wichtig. Ich schreibe nicht nur für mich. Ich schreibe, weil ich dadurch wahrgenommen werden will. Meinem utopischen Ziel Schriftstellerin zu werden ist es leider auch nicht hilfreich (aus vielen Gründen). Und wenn ich weder Zeit habe zu schreiben, wenn ich nicht die Wahrnehmung bekommen, die ich mir wünschte, warum sollte ich diesen Blog dann noch am Leben erhalten?

Liebe. Hasse. Lachen. Weinen.

Mit vielen verschiedenen Gefühlen gehe ich diesen Schritt. Ich habe es geliebt zu schreiben und mich mit anderen auszutauschen (aber zumindest das Austauschen kann ich beibehalten, nur dass ihr in euren Blogs die Themen bestimmt). Ich habe es geliebt Dinge auszuprobieren – technische wie auch inhaltliche. Ich habe es geliebt zu sehen, welche Themen euch interessieren und welche nicht. Aber ich habe es auch gehasst, nicht den Durchbruch zu erringen, den ich mir vor zehn Jahren, als ich angefangen habe zu bloggen, erhofft hatte. Ich habe es gehasst, dass manche Blogger beim Kontakt mit mir immer nur den einen Gedanken im Hinterkopf hatten, dass sie ihren Blog großmachen wollten und ich ihnen prinzipiell egal war. Ich habe es auch gehasst, wenn ich keine Kommentare auf gute Artikel bekommen habe. Ich habe es gehasst, wenn ich schlechte Artikel geschrieben und veröffentlicht habe, nur damit überhaupt mal wieder etwas auf meinem Blog passierte oder weil ich es einfach nicht besser konnte.

Ich lache, wenn ich an meinen Blog denke, weil er mit vielen guten Erinnerungen und Kontakten verknüpft ist. Ich habe durch das Bloggen Menschen kennengelernt, die ich sonst nie kennengelernt hätte. Wertvolle Menschen, tolle Menschen, mit denen ich hoffentlich noch ganz lange auch nach meinem Bloggerleben vernetzt sein werde. Und deshalb weine ich auch, weil viele tolle Dinge zu Ende gehen, viele Möglichkeiten, viele Blogger, die ich noch hätte kennen lernen können, nicht mehr so stattfinden werden.

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Der Countdown läuft

Aber jetzt habe ich mich entschieden. In fünf Tagen wird es diesen Blog nicht mehr geben und ich werde immer noch nicht wissen, ob es „der“ oder „das“ Blog heißt*…

 

*Ja, ich weiß, dass der Begriff von „Weblog“ kommt, weshalb man „das“ sagen müsste. Aber das klingt blöd. Außerdem bestimmt normalweise der zweite Teil eines zusammengesetzten Wortes den Artikel. In diesem Fall also das „log“, was sich von „Login“ ableitet, was wiederum ebenso umstritten ist, ob man „das“ oder „der“ Login sagt…

18 Replies to “Dieser Blog geht in 5 Tagen offline – Die Gründe”

  1. Mensch … ich muss gestehen, dass ich ein bisschen geschockt bin. Zwar hat der Alltag mich in letzter Zeit so in Beschlag genommen, dass ich nicht mehr so oft kommentiere oder sporadischer lese, aber da trifft mich doch die Wehmut angesichts dessen, dass wir uns durch die Blogs ja kennengelernt haben. Ich hoffe wir bleiben trotzdem ein bisschen in Kontakt und dass du vielleicht doch … wer weiß? Dem Bloggen nochmal eine Chance gibst? Vielleicht findet sich ja ein Weg, der ungezwungener ist? Dir wieder mehr Spaß macht? Ich habe hier jedenfalls immer sehr gerne mitgelesen.

    1. Ich hab mich selber ein bisschen geschockt mit der Entscheidung 😉 Aber es gibt ja so viele Kanäle, auf denen man in Kontakt bleiben kann! Danke fürs Mitlesen in der Vergangenheit <3

  2. Ich denke, man sollte Entscheidungen , gerade wenn sie gut begründet sind, respektieren und ich kann viele deiner Punkte nachvollziehen. Deshalb: Schade, dass du den Blog einstellst, aber danke für viele spannende Beiträge und dass du dich für ein offizielles Ende entschieden hast. Ich wünsche dir alles Gute auch ohne Blog und hier und da liest man sich ja trotzdem. Hoffentlich bald auch in einer Buchhandlung in meiner Nähe. ☺

  3. Immer schade, wenn Blogs zuende gehen. Ich halte gerade einen Blog für ein hervorragendes Mittel, um als Autor seinen Lesern näher zu kommen. Vielleicht steigst du ja wieder ein, wenn es mit der Schriftstellerinnenkarriere klappt.

          1. Ja, aber eher Selbstzweifel, ob das, was man macht wirklich gut ist. Ob es erfolgreich ist, steht ja noch mal auf einem anderen Blatt. Nicht alles was sich durchsetzt, ist qualitativ hochwertig. Und Qualität setzt sich nicht immer durch. Ich zumindest glaube, dass man durchaus eine Karriere als Schriftsteller bewerkstelligen kann. Ob man dabei immer selbst mit seinen Werken zufrieden ist, steht auf einem anderen Blatt. Das bin ich nämlich auch nie.

  4. Oh nein, das kann ich nun ja gar nicht liken. Ich finde es immer extrem schade, wenn BloggerInnen ihr Blog aufgeben. Am Ende bleibt dann doch nur wieder sporadisch Social Media. Kann man dich noch irgendwie umstimmen? 🙂

  5. Schade! Sehr schade! Ich folge Deinem Blog – übrigens: eindeutig DER Blog! 🙂 – ja schon eine ganze Weile, und auch wenn ich nicht immer alles gelesen habe, habe ich das, was ich gelesen habe, gern gelesen.

    Na, vielleicht wird Dir in naher Zukunft ja bewusst, dass Dir dann doch etwas fehlt oder Du etwas vermisst. 🙂 Und vielleicht kommst Du dann ja wieder!? Den „Druchbruch“ muss man mit seinem Blog vielleicht auch gar nicht erreichen. Und sobald man das nicht mehr versucht, wird die ganze Angelegenheit auch stressfreier. Jedenfalls: Ich würde mich freuen, wenn das letzte Wort in dieser Angelegenheit noch nicht gesprochen wäre … 🙂

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