Der Roman, den ich nie schreiben werde (II)

Ich bin sehr gerührt und sehr dankbar über die Rückmeldung, die ich letze Woche zu meinem Roman-Auszug von euch bekommen habe. Darum machen wir diese Woche Nägel mit Köpfen und ich präsentiere euch den kurzen zweiten Teil des Kapitels. Die Rahmenhandlung bleibt: Meine Protagonisten (nicht ich!) hadert mit dem Leben und dem Schreiben. Die Bedingungen sind die gleichen: unredigiert, nicht zu Ende gedacht, pure Rohform.

Viel Vergnügen!

 

Jetzt habe ich schon wieder alles falsch gemacht.

Ich habe angefangen zu erklären über “Was” ich nicht schreiben kann, habe darauf keine eindeutige Antwort gegeben und ging über das “Wie” zum “Warum”. Genau das ist wohl mein Problem. Ich fange irgendwo an und ende irgendwo anders. Die Gedankengänge dazwischen sind wirr und dem Leser bleibt immer eine Lücke in der Geschichte, weil etwas fehlt. Eine Erklärung, ein Übergang, der Weg über die Brücke.

Aber vielleicht geht es mir genau darum. Meine Lücken zu finden und mit ihnen zu arbeiten.

Dann geht es also doch nicht ums Spuren hinterlassen und mich der Welt präsentieren? Sondern nur um mich? Nur darum mich zu verstehen, zu sortieren und mit dem Akt des Schreibens ist die Aufgabe erfüllt?

Jetzt schweife ich ab.

Auch so ein Talent von mir: Wenn ich nicht mehr weiß, wie es weitergeht, hole ich weit aus und versuche den Erzählfluss so zu konstruieren, dass meine Ausschweifungen hineinpassen.

Ich würde mich hassen als Leser.

Aber vermutlich denkt das jeder Autor. Oder? Autoren werden nie gefragt, ob sie ihr Buch selbst lesen und mögen würden. Vielleicht sollte man mal. Vielleicht mögen Autoren ihre Bücher gar nicht. Vielleicht mögen sie nur, dass ihre Bücher verkauft werden und sie davon leben können.

Wobei: Wie viele Autoren können schon von ihren Buchverkäufen leben? Und da komme nun ausgerechnet ich daher und wünsche mir, dass ich die Eine unter Tausenden bin, deren Traum erfüllt wird? Habe ich das gerade wirklich gedacht? Ist es das was ich will: Autorin sein? Ist das mein Ziel? Ist das der Grund für meine Unzufriedenheit? Weil ich von meinem Ziel so weit entfernt scheine?

Oh Gott, oh Gott.. ich muss mich mit Romina zum Tequila-Abend verabreden… und aufhören über etwas nachzudenken, dass noch nicht mal begonnen hat…

 

Wie begründet ihr euer Schreiben? Reicht es zu Schreiben oder müssen Geschichten auch veröffentlicht werden? Gibt es ein Ziel? Einen Sinn?

3 Replies to “Der Roman, den ich nie schreiben werde (II)”

  1. Die zweite Teil steht dem Beginn in nichts nach! Weitere Fortsetzungen sind meinerseits ausdrücklich erwünscht 🙂

    Was den Sinn des Schreibens angeht, so denke ich, dass jeder diesen Sinn für sich selbst definieren muss, auch wenn das wie eine Phrase klingt. Die einzige Gemeinsamkeit, die wohl alle Schreibenden verbindet, ist: Wer seine Texte der Öffentlichkeit – sei es über das Internet oder auf welche Art auch immer – zugänglich macht, der will auch gelesen werden. Wäre dem nicht so, würde man Tagebuch schreiben. 😉

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