Das Büro der einsamen Toten

Wenn es diesen Job in Deutschland gäbe, ich würde ihn machen… im Büro der einsamen Toten!

 

Das Büro der einsamen Toten

Autor: Britta Bolt

Titel: Das Büro der einsamen Toten

Genre: Roman

Verlag: Hoffmann und Campe

Veröffentlichung: 2015

ISBN: 978-3-455-40528-6

 

 

Eine Leiche in der Gracht

Pieter Posthumus arbeitet im Amsterdamer Büro der einsamen Toten. Jedes Mal, wenn eine Leiche auftaucht, die keine Hinterbliebenen zu haben scheint, ist er gefragt. Posthumus recherchiert nach Angehörigen und organisiert die Beerdigung. Er nimmt sich den Job sehr zu Herzen – anders als seine Chefin. Als er bei seinen Recherchen nach dem mysterösen Tod eines jungen Muslimen auf Ungereimtheiten stößt, nimmt er selbst Ermittlungen auf.

„Das Büro der einsamen Toten“ wechselt zwischen drei Milieus. Im Lebensumfeld von Pieter Posthumus begegnet dem Leser ein bescheidener, aber spannender Protagonist, der durch und durch menschlich ist. Die ermittelnde Polizei kämpft scheinbar vielmehr mit den eigenen Karrierebestrebungen als mit dem Mord-Fall. Die Familie des Toten bleibt leider sehr am Rand der Geschichte, sorgt aber für die emotionalen Momente. Das schönste innerhalb aller drei Milieus: Mit Clichés wird komplett gebrochen. Es gibt kaum Stereotypen -obwohl der Stoff das durchaus anbieten würde. So machen besonders die Figuren die Geschichte lebendig.

Trotzdem es hauptsächlich darum geht, einen Mord aufzuklären, ist es kein Kriminalroman. Die privaten Situationen der einzelnen Personen stehen im Vordergrund, da die Kriminalgeschichte nur den roten Faden bildet. Manchmal entsteht dadurch ein nicht-Fisch-und-auch-nicht-Fleisch-Gefühl. Aber trotzdem bleibt die gute Unterhaltung konstant bestehen.

Bewertung: 7 Rubine von 10

2 Replies to “Das Büro der einsamen Toten”

  1. Die Autorin nennt den Charakter Pieter Posthumus, lässt ihn sich um Tote kümmern … Und schreibt dann keinen komischen Roman? Das ist ja fast schon bedauerlich. o.O

Kommentar verfassen