Big Little Lies: Starke Frauen und die Gewalt in ihrem Alltag

„Tausend kleine Lüge“ heißt der Roman von Liane Moriarty, den ich sehr geliebt habe. HBO hat nun eine Mini-Serie mit Starbesetzung daraus gemacht. In „Big Little Lies“ lügen, lieben und leben Reese Witherspoon, Nicole Kidman, Shailene Woodly und Zoe Kravitz als besorgte Mütter in einer Küstenstadt am Meer, wo alles perfekt scheint.

Big Little Lies von HBO

Shailene Woodly, Reese Witherspoon und Nicole Kidman in „Big Little Lies“ (Bild: HBO)

Big Little Lies oder das seichte Szenario in wunderschöner Küstenkulisse

Der Inhalt und die Charaktere sind schnell zusammengefasst: Eine eine perfekte, eine zu junge, eine alternative und eine Helicopter-Mutter sind durch Freundschaft und die Kinder, die in die gleiche Grundschule gehen miteinander verbunden. Mit den anderen Müttern der Schulkinder gibt es das bekannte Gestichel, mit dem jede ihre Kinder beschützen und sich selbst beweisen will, dass sie es selbst als einzige richtig macht. Das mit der Erziehung. Und das mit dem guten Leben.

Und weil es ja sonst langweilig wäre: Natürlich ist ihr Leben nicht so gut wie es scheint. Dass etwas nicht stimmt, erfährt der Zuschauer bereits in der ersten Folge. Zeugenaussagen bei der Polizei unterbrechen regelmäßig das Geschehen. Ein Mord ist geschehen. Aber welche Figur ist getötet worden? Und wer war der Mörder? Ein klassisches Whodunit-Szenario versucht also die Spannung in der Serie zu wecken.

Denn ansonsten bliebe nicht viel außer gestresste Mütter, teils mit einem Geheimnis, teils ist aber auch nur der Sex in der Partnerschaft nicht mehr gut und dann gibt es da ja noch eine alte Affäre, die immer wieder nervt.

Starke Frauen und große Themen

Bis hierhin klingt es tatsächlich wie eine Rosamunde Pilcher-Inszenierung, nur eben nicht an der Küste Cornwalls sondern Kaliforniens. Aber „Big Litte Lies“ hat ein Ass im Ärmel: Die vier Hauptdarstellerinnen. Witherspoon, Kidman, Woodly und Kravitz sind schon grundsätzlich gute Schauspielerinnen, in der Mini-Serie zeigen sie aber noch einmal ganz im speziellen ihr Talent. Ihre schauspielerische Stärke trägt die ganze Serie. Daher ganz klar: Wer mit den Schauspielerinnen nichts anfangen kann, der sollte sich lieber eine andere Serie zum Bingewatchen suchen. Wer jedoch die Hollywood-Damen mag oder vielleicht sogar ihr Können verehrt, wird in „Big Little Lies“ eine neue Lieblingsserie finden.

Denn trotz dem melodramatisch anmutenden seichtem Handlungsstrang, sind die Protagonistinnen mit ernsten Problemen konfrontiert. Das zentrale Motiv der Serie ist Gewalt. Gewalt gegen Frauen, Gewalt in der Ehe, sexuelle Gewalt, genauso wie seelische Gewalt und auch die Frage, wie sich Gewalt an Kinder weitervererbt.

Fazit

Wer sich auf die Geschichte einlässt, kann sich an einem guten Drehbuch erfreuen, das von grandiosen Schauspielern zum Leben erweckt wird. Einzig die Traum-/Fantasiesequenzen empfand ich oft als überflüssig und unnötig verwirrend. Und mit Sicherheit kann man sich auch darüber ärgern, dass Frauen, die in großen Villen wohnen gefühlt aus Langweile aus kleinen Dingen große Probleme machen; dass es weder eine gesellschaftskritische Sozialstudie noch ein Thriller ist. Aber befreien wir uns doch einfach mal davon und genießen die Frauenpower in dieser Serie!

 

 

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