30 Fragen nach dem Bewerbungsmarathon

Letzte Woche habe ich ja bereits über meine Erfahrungen bei Bewerbungsverfahren berichtet. Es hat mich genauso erfreut wie auch erschüttert, dass ihr von ähnlichen Erlebnissen daraufhin erzählt habt. Heute möchte ich ein paar Knackpunkte noch in Fragenform zusammenfassen.

  1. Wie viel ist ein Universtiätsabschluss in Deutschland wert?
  2. Warum ist der Berufseinstieg für Absolventen von geisteswissenschaftlichen Studiengängen ein Glücksspiel ohne Regeln?
  3. Wieso kann das Jobcenter Absolventen überhaupt nicht helfen?
  4. Was macht die Politik?
  5. Warum ist Bildung nie Wahlkampfthema?
  6.  Kennen Arbeitgeber rechtliche Vorschriften?
  7. Warum finden Arbeitgeber immer Schlupflöcher um sich nicht an Vorschriften zu halten?
  8. Ab wann muss ich eine Arbeitsstelle annehmen, die nicht den rechtlichen Bestimmungen entspricht?
  9. Ab wann muss ich eine Arbeitsstelle annehmen, die mein Leben nicht finanziert?
  10. Muss ich mich schämen, wenn ich stattdessen Arbeitslosengeld II erhalte?
  11. Darf ich in Vorstellungsgesprächen auch mal sagen: „Boah, Sie nerven!“
  12. „Wir sind ein sehr feier- und trinkfreudiges Volk“, beantworte eine Personalerin meine Frage nach den Vorzügen ihres Unternehmens. Echt jetzt?
  13. Was wäre passiert, wenn ich das auf die Frage nach meinen Qualifikationen erwähnt hätte?
  14. Darf ich das noch irgendwo ausprobieren?
  15. Warum fragen alle immer nur nach meinen Qualifikationen und nie nach mir als Mensch?
  16. Ist unsere Leistungsgesellschaft noch gesund?
  17. Warum soll man schon vor der Ausbildung alles können?
  18. Warum hat niemand mehr Lust und Zeit zum Ausbilden?
  19. Sie müssten nächste Woche anfangen, auch wenn Sie nicht vor Ort wohnen und es da noch ein anderes Leben abzuschließen gibt – Ist das fair?
  20. Warum stürtzen Bewerberportale beim Hochladen von Dateien immer ab?
  21. Warum wird der Ansprechpartner zu einem unauffindbaren Mysterium?
  22. Darf ich Arbeitgebern eine Email schreiben nur um ihnen mitzuteilen, dass sie einen Rechtschreibfehler in der Ausschreibung haben?
  23. Darf ich beleidigt sein, wenn sie meinen Namen falsch schreiben?
  24. Wer antwortet in Vorstellungsgesprächen auf alle Fragen ehrlich?
  25. Antworten die Arbeitgeber ehrlich?
  26. Gibt es schon eine Selbsthilfegruppe für verzweifelte Absolventen, die keinen Job finden?
  27. Oder warum hört man nur von denen, bei denen alles klappt?
  28. Lachen Arbeitgeber nach Vorstellungsgesprächen eigentlich genauso amüsiert wie ich?
  29. Hätte ich lieber eine Ausbildung machen sollen?
  30. Ist am Ende immer alles gut?

 

Welche Fragen habt ihr?

13 Replies to “30 Fragen nach dem Bewerbungsmarathon”

  1. Nein, ich habe keine weiteren Fragen mehr, du hast tatsächlich alle aufgelistet, die ich mir auch seit Jahren stelle.
    Nr. 30, ob alles gut wird – ich weiß es nicht. Neun Jahre und drei Kinder später nach meinem 1,4-Abschluss ist noch kein Land in Sicht… denn die Mutterschaft macht diesen ganzen Scheiß natürlich eher noch schlimmer. Vielleicht sollte man sich einfach so früh wie möglich damit abfinden…

  2. Ich mag deine Fragen. Am schönsten fand ich das Gespräch, in der ich als Erziehungswissenschaftlerin einer Sozialpädagogin gegenübersaß und ich einfach an jeder Frage gemerkt habe, dass sie mich nicht einstellen wird, weil sie glaubt, dass ich ihr da Kompetenzen streitig machen würde. Und dass man mir als Absolventin mit zwei Masterabschlüssen nicht zutraut, mich in pädagogische Programme einzuarbeiten (dabei ist mein einer Abschluss für’s Lehramt, bzw. eben auch ein Erstes Staatsexamen), ist da nur noch ein kleines Detail am Rande. Na ja, kommt Zeit, kommt Rat…. 😉

  3. Ha, sehr gut die Fragen. Ich habe herzlich gelacht, wenn auch ein bitteres Lachen. Denn eigentlich ist es nicht witzig, dass man sich solchen Fragen stellen muss.
    Aber gerade die nach dem Jobcenter ist interessant. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es extrem von der Sachbearbeiterin abhängt. Meine hat beispielsweise nicht kapiert, dass es sinnlos ist mich zu zwingen mich auf Stellen als PHP-Entwickler zu bewerben, wo ich doch JAVA-Softwareentwicklerin werden will. Grausam – das sind total unterschiedliche Dinge. Und das andere KANN ich eben nicht. Kapiert niemand. Einfach weiter solche Stellen schicken. So ein Bullshit. Und das ist nur ein Beispiel von vielen die da draußen rumschwirren und Leuten, die doch eigentlich arbeiten wollen, den Kopf zerbrechen.

  4. @fraggle99: Danke für’s Verknüpfen.
    @ Cathrin Rubin:
    – Muss ich ernsthaft auf die Frage antworten, ob ich Angst vor Spinnen habe?
    – Warum gibt es weder bei der Agentur für Arbeit noch diversen Onlinebewerbungsportalen die Möglichkeit einen geisteswissenschaftlichen Abschluss anzugeben, geschweige denn einen Studiengang wie Amerikanistik?
    – Warum wird Bewerbern, insbesondere geisteswissenschaftlichen Bewerbern die Fähigkeit abgesprochen lernwillig zu sein und sich in Fachthemen einarbeiten zu können?
    – Darf ich am Ende eines Vorstellungsgespräches sagen: „Sorry, aber Sie haben mich nicht überzeugt, wir kommen nicht zusammen?“
    usw., usw.

    Danke für deine Fragen!

  5. Danke, dass du diese Fragen hier auflistest! Ich kann das sehr gut nachempfinden und musste mir oftmals einen Schrei „Ja genau so ist es!“ verkneifen..

    Und meine persönliche, kleine Frage am Rande:
    „Warum zum Teufel habe ich studiert, sogar einen Master gemacht, inklusive Nebenjobs, die Weiterbildung und das unbezahlte Praktikum, wenn ich dafür jetzt eine 40 Stunden Woche habe und von dem Gehalt kaum leben kann?“
    Kleine Anekdote dazu: Bei einer Beratung nach dem ABI durch die Arbeitsagentur wurde mir empfohlen eine Ausbildung zur Friedhofsgärtnerin zu machen. Ich habe sogar eine Bewerbung abgeschickt. Und was war? Abgelehnt. Sie wollten einen Mann, der zupacken kann.
    Sorry fürs Abschweifen..

    Deine Fragen bringen die Bewerbungs- und Jobsituation auf den Punkt!

  6. Da weiß ich echt nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Bin ich froh, dass das Thema erst einmal abgehakt ist. Und auch du hattest ja anscheinend Erfolg… 🙂

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